Unser Traum wird wahr: Zwei Wochen Auszeit auf einer echten Malediven-Barfuß-Insel. Nicht nur irgendeine Insel, sondern Kuredu – eine der bekanntesten und größten Inseln der Malediven, seit 1988 im Betrieb und trotzdem herrlich ursprünglich geblieben.
Die Anreise: Frankfurt – Malé nonstop
Der Direktflug ab Frankfurt ist der entspannteste Weg. Ca. 9,5 Stunden Nachtflug mit Condor – abends los, morgens Landung in Malé. Schon der Anflug über die Atolle ist magisch: Hunderte türkise Ringe im tiefblauen Indischen Ozean. In Malé Velana International Airport läuft alles touristisch professionell: Gepäck, kurzer Check, dann direkt zum Wasserflugzeug-Counter von Trans Maldivian Airways (TMA). Gepäck wird durchgecheckt, wir bekommen Aufkleber und warten in der klimatisierten Lounge mit Blick auf die Wasserflugzeuge.

Der Transfer: Wasserflugzeug nach Kuredu
Das eigentliche Abenteuer beginnt hier. Das Wasserflugzeug (Twin Otter für ca. 15 Passagiere) ist laut, eng, aber spektakulär. Nach einem kurzen Sicherheitsbriefing geht es im Tiefflug über das Nord-Malé Atoll und das Lhaviyani Atoll. Flugzeit nach Kuredu: ca. 40-45 Minuten. Unter uns: unbewohnte Inseln, Sandbänke, Mantas, die als Schatten im Wasser zu sehen sind. Kuredu liegt auf dem nördlichen Riffkranz des Lhaviyani Atolls, etwa 130 km nördlich von Malé – eine der größten Inseln der Malediven mit 1800 m Länge und 325 m Breite (57 Hektar). Die Landung auf dem Wasser, das sanfte Aufsetzen und das Anlegen am Steg – pure Gänsehaut. Am Steg werden wir mit Trommeln, Lächeln und kalten Tüchern empfangen. Die Schuhe haben wir natürlich bereits im Flugzeug ausgezogen (die Piloten fliegen übrigens auch barfuß).
Die Insel: Kuredu Island Resort & Spa
Kuredu ist keine kleine Boutique-Insel, sondern eine richtige Barfuß-Insel mit Seele. 378 Villen/Bungalows in 16 Kategorien, 3 große Inselbereiche:
• Hauptbereich: für alle Altersklassen, lebhaft, mit Pool, Hauptbars, Wassersportzentrum
• O Resort: Adults-Only ab 12 Jahren, ruhiger, eigener Pool
• Sangu Resort: Adults-Only ab 15 Jahren, ganz im Nordosten – unser Zuhause für die nächsten 12 Tage – hier ist absolute Ruhe.
Die Insel ist von einem fantastischen Hausriff umgeben – man kann an vielen Stellen direkt vom Strand aus losschnorcheln. Weißer, puderfeiner Sand, Palmen, die sich im Wind wiegen, Flughunde abends, Reiher, die über den Strand laufen. Es gibt 4 Hauptrestaurants, mehrere À-la-carte-Restaurants (u.a. italienisch, Teppanyaki, Thai), 8 Bars, 2 Spas, ein Tauchcenter (Prodivers, eines der besten der Malediven), 3 Süßwasserpools, Fitness, Tennis, Fußball, ein kleines Outdoor-Kino und sogar einen kleinen Golfplatz mit 6 Par 3 Löchern (Golfen in Badehose und barfuß ein echtes Erlebnis). Das absolute Highlight auf Kuredu ist aber die Sandbank – bei Ebbe kann man hier nahezu endlose Spaziergänge machen und einfach nur die Seele baumeln lassen. Die Sandbank hat sogar eine eigene Webcam: https://www.skylinewebcams.com/webcam/maldives/lhaviyani-atoll/kurendhoo/maldives-kuredu.html?w=708

Wir wohnen in einer Sangu Beach Villa – 78 qm, nur für Gäste ab 15 Jahren, im Sangu-Bereich. Das ist der entscheidende Vorteil: eigener Check-in, eigenes Restaurant (Sangu Restaurant) und eigene Bar (Sangu Bar) – viel ruhiger und persönlicher als im Hauptbereich.
Ausstattung: Großes Doppelbett mit Moskitonetz-Deko, offenes Bad mit Regendusche und privatem Jacuzzi im Freien, umgeben von Palmenwänden – perfekt für abends unter Sternen. Veranda mit direktem Strandzugang, nur wenige Meter bis zum Wasser. Liegen im Schatten, Hängematte. Innen: Klimaanlage, Minibar, Safe, Kaffee-/Teestation, guter Föhn. Kein TV – was wir als Luxus empfanden.
Morgens um 6 Uhr aus der Tür, zwei Schritte, und man steht im warmen, glasklaren Wasser. Abends vom Bett aus den Sonnenuntergang sehen. Housekeeping zweimal täglich, sehr diskret und liebevoll – die Minibar ist immer voll und jeden Abend eine andere Blüten-Deko.

Wir hatten All Inclusive Plus – absolut empfehlenswert auf Kuredu. Das Sangu Restaurant ist klein, mit Sandboden, Blick aufs Meer. Frühstück (8:00-10:30) mit frischen Säften, Ei-Station, tropischen Früchten. Mittagessen (13:00-14:30) und Abendessen (19:00-21:30) mit wechselnden Themenbuffets, aber auf hohem Niveau – frischer Thunfisch, Curry, Pasta, Grill. Die Herren werden hier freundlich gebeten, mindestens knielange Shorts zu tragen und nicht ärmellos am Tisch zu sitzen.
Highlights: Die Sangu Bar für den Sunset Cocktail – ruhig, mit leiser Loungemusik im Hintergrund, die Füße im warmen Sand und zwischen den Fingern eine gute Zigarre – so lässt es sich leben.
12 Nächte sind ideal – man kommt wirklich an.
• Schnorcheln am Hausriff: Direkt vor der Sangu-Zone ist einer der besten Einstiege. Papageifische, Riffhaie, Schildkröten, mit Glück auch Muränen. Am besten bei Flut und mit Neopren-Shirt (damit man sich keinen Sonnenbrand holt)
• Tauchen: Lhaviyani Atoll ist berühmt für seine 50+ Tauchplätze, Kuredu Express, Fushivaru Thila. Wir sind nicht so die Tauch-Fans; aber die Berichte abends an der Bar lassen darauf schließen, dass Taucher hier voll auf ihre Kosten kommen
Wir sind jeden Tag einmal um die Insel gelaufen (im Sand ganz schön anstrengend ;-)) und haben auch das Spa oft genutzt. Eine kleine Runde Golf zur Verdauung nach dem Abendessen war auch manchmal dabei. Malediven müssen nicht zwangsläufig zu Gewichtszunahme und Faulheit führen.
Atmosphäre & Fazit
Kuredu ist keine sterile Luxus-Insel, sondern lebendig, freundlich, multikulturell. Gäste aus Deutschland, England, Italien, Japan – alle barfuß, alle entspannt. Das Personal merkt sich nach 2 Tagen deinen Namen und deinen Lieblingsdrink. Gerade der Sangu-Bereich gibt dir das Gefühl, auf einer kleinen Privatinsel innerhalb der großen Insel zu wohnen – Adults-Only, ruhig, aber nicht steif.
Nach 12 Nächten fällt der Abschied schwer. Der Rückflug mit dem Wasserflugzeug, dann der Blick aus dem großen Flieger über die Atolle, die immer kleiner werden. In Frankfurt gelandet, riechen die Klamotten noch nach Sonnencreme und Meer.
Unser Fazit: Wer eine große, grüne Insel mit tollem Hausriff, guter Infrastruktur, aber trotzdem Ruhe sucht, ist in einer Sangu Beach Villa auf Kuredu goldrichtig. Nicht die kleinste und nicht die teuerste Insel – aber vielleicht eine der ehrlichsten Malediven-Erfahrungen.












